Das Haus der Monster von Danny King

(Unbezahlte Rezension / Werbung)

Bislang war mir der Autor noch kein Begriff. Gut dass sich das geändert hat.

Das Haus der Monster ist grob in vier Abschnitte unterteilt und beinhaltet – so viel mal vorweg – nicht nur harten Grusel oder Horror, sondern auch jede Menge trockenen Humor.
Der alte Sonderling John wird von seinen Mitmenschen, den Bürgern einer englischen Kleinstadt gemieden. Die Jugend allerdings meidet ihn nicht unbedingt, vielmehr scheint sie es auf ihn abgesehen zu haben und terrorisiert ihn mit ihren Streichen.
Irgendwie gibt es jemanden wie John in jedem kleinen Ort. Die Katzenfrau in ihrem verwahrlosten Haus. Die Leute, die sich immer so seltsam anziehen und ihr Grundstück nur verlassen, wenn sie einkaufen müssen. Den stets an gesoffenen einbeinigen am Kiosk. Perfekte Zielscheiben für kindlich-grausame Scherze und Belästigungen. So ergeht es auch John.
Irgendwann aber hat John genug. Er beschließt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Bald hat er die Rabauken in seinem Keller festgesetzt, und dann nimmt das eigentliche Buch so richtig Fahrt auf. Was sich jetzt abspielt, könnte an dieser Stelle und laut meiner bisherigen Beschreibung ein Snuff-Porno mit Bohrmaschinen und rostigen Sägen werden – aber falscher könnte diese Erwartung nicht sein.

Niemand wird zersägt, gefoltert oder zum Ausbluten kopfüber an die Decke gehängt. Es geht nicht darum, wie die Kinder aus dem Kerker eines alten Irren entkommen können. Nein, John «bestraft» die Heranwachsenden, indem er ihnen Geschichten aus seinem Leben erzählt.

Ab hier tritt dann erst das Übernatürliche auf den Plan. Über die einzelnen Geschichten, die durch die Rahmenhandlung geschickt verbunden werden, werde ich mich jetzt nicht auslassen. Vielmehr möchte ich sagen, dass alles relativ behäbig beginnt, sich dann aber Grusel und Horror stark verdichten, je weiter die Geschichte voranschreitet. Der Autor erschafft hier glaubwürdige und zumeist sympathische Charaktere mit Ecken, Kanten und Eigenarten, was das Mitfühlen sehr erleichtert.
Natürlich handelt es sich hier um eine Grusel/Horror-Geschichte, aber das hat Danny King nicht davon abgehalten, einiges an trockenem Humor in sein Werk zu packen. So sind sie eben, die Briten. Ich gehe mal davon aus, dass die Übersetzerin Heike Schrapper
hier einen wirklich guten Job gemacht hat. Dennoch könnte es, wie bei vielen Büchern dieser Art angeraten sein, sich einmal das Original zu Gemüte zu führen und den Wortwitz des Autors unverfälscht zu genießen. Manches lässt sich leider einfach nicht transportieren.

Den Leser erwartet hier also wirklich kein Hardcore-Horror, sondern Grusel der charmanten und augenzwinkernden Art, ohne jedoch ins Seichte oder Kindliche abzudriften. Erschienen ist das Haus der Monster im Luzifer-Verlag.