Buchvorstellung: 900 MEILEN – brutaler Zombie-Thriller im Vollgasmodus
Werbung
Highspeed Zombie-Thriller!
900 Meilen liegen zwischen John und seiner hochschwangeren Frau – und dazwischen bricht gerade die Zombie-Apokalypse aus. Viel Zeit für Erklärungen lässt S. Johnathan Davis in 900 MEILEN nicht. Innerhalb kürzester Zeit versinkt New York im Chaos, die Toten greifen die Lebenden an und aus einem gewöhnlichen Geschäftsmann wird ein Mann, der bereit sein muss zu töten, wenn er seine Familie noch einmal sehen will. Heraus kommt ein rasanter Zombie-Roadtrip, der weniger auf kompliziertes Worldbuilding als auf Action, Gewalt, Überlebenskampf und menschliche Abgründe setzt.
Autor: S. Johnathan Davis
Übersetzung: Katrin Fahnert
Umfang: ca. 276–278 Seiten, je nach Ausgabe
Verlag: Luzifer-Verlag
Originaltitel: 900 Miles
Bewertung: 4,2 von 5 Sternen bei 1.992 Bewertungen
Worum geht es in 900 MEILEN?
John ist beruflich in New York unterwegs, als plötzlich Meldungen über gewalttätige Zwischenfälle die Runde machen. Was zunächst wie eine absurde Nachricht oder ein schlechter Scherz wirkt, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zur Katastrophe: Tote stehen wieder auf und greifen die Lebenden an, wodurch noch mehr Tote produziert werden.
Für John zählt nur noch ein Ziel. Seine hochschwangere Frau befindet sich rund 900 Meilen entfernt und er muss zu ihr gelangen, bevor alles zu spät ist.
Auf seiner Flucht verbündet er sich mit Kyle, einem ehemaligen Armeepiloten. Gemeinsam versuchen die beiden, New York hinter sich zu lassen und sich durch eine immer schneller zerfallende Gesellschaft zu kämpfen. Doch schon bald zeigt sich, dass nicht nur die Untoten eine Gefahr darstellen.
Menschen verlieren ihre Hemmungen, Gewalt wird zum Mittel der Wahl und dort, wo Polizei, Gesetze und gesellschaftliche Konsequenzen verschwinden, treten die dunklen Seiten der Überlebenden hervor.
Dann begegnen John und Kyle einem Mann, der von einer unterirdischen Festung namens Avalon erzählt. Doch in einer Welt, in der Vertrauen beinahe genauso gefährlich geworden ist wie ein Zombieangriff, ist auch ein vermeintlicher Zufluchtsort nicht automatisch die Rettung …
Eine Zombie-Apokalypse ohne lange Aufwärmphase
Wer Bücher mag, die erst über hundert Seiten langsam eine Bedrohung aufbauen, ist hier an der falschen Adresse. 900 MEILEN drückt praktisch sofort aufs Gaspedal.
Der Zusammenbruch beginnt früh und von da an reiht sich eine gefährliche Situation an die nächste. Flucht, Zombies, bewaffnete Überlebende, knappe Rettungen und menschliche Grausamkeit bestimmen den Rhythmus der Geschichte.
Genau das wird in vielen Lesermeinungen als große Stärke genannt. Die Sprache ist knapp, direkt und leicht zu lesen. Lange philosophische Einschübe oder seitenlange Beschreibungen sucht man weitgehend vergeblich. Stattdessen funktioniert der Roman fast wie ein schneller Zombie-Actionfilm in Buchform.
Diese Geschwindigkeit hat allerdings auch ihren Preis. Manche Entwicklungen passieren extrem schnell und nicht jede Veränderung der Gesellschaft wirkt vollkommen plausibel. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt dafür einen Endzeit-Thriller mit sehr wenig Leerlauf.
900 Meilen bis zur Familie
Das einfache Ziel der Geschichte funktioniert erstaunlich gut: John muss nach Hause. Während viele Zombiegeschichten zunächst die Frage stellen, wo man sich verstecken oder wie man dauerhaft überleben kann, besitzt John von Anfang an eine klare Richtung. Die Entfernung von 900 Meilen wird damit zum Countdown.
Seine Frau erwartet ein Kind. Für John bedeutet jeder Umweg, jede Verletzung und jede Begegnung mit anderen Überlebenden potenziell verlorene Zeit. Dieser persönliche Antrieb gibt der ansonsten sehr actionreichen Geschichte ihre emotionale Grundlage. John kämpft nicht einfach deshalb ums Überleben, weil der Roman einen Helden braucht. Er will zu seiner Familie zurück.
John und Kyle – ein ungewöhnliches Überlebensteam
Als ehemaliger Armeepilot besitzt Johns Begleiter Kyle Fähigkeiten, die John in der neuen Welt dringend benötigt. Die beiden entwickeln schnell ein funktionierendes Team. Gerade ihre gemeinsame Flucht und die immer gefährlicheren Situationen treiben einen großen Teil des Romans an. Einige Leser empfinden die Geschwindigkeit, mit der aus den beiden enge Verbündete werden, als etwas abrupt. Auch John wirkt für einen ehemaligen Geschäftsmann gelegentlich erstaunlich souverän im Umgang mit Gewalt und lebensgefährlichen Situationen. Wer jedoch weniger psychologische Langzeitentwicklung und mehr klassisches Survival-Duo sucht, dürfte an ihrer Dynamik viel Spaß haben.
Die Zombies sind schnell – zumindest am Anfang
Auch bei den Untoten setzt Davis auf eine interessante Variante. Frisch verwandelte Zombies sind schnell und aggressiv. Mit fortschreitender Verwesung werden sie jedoch langsamer. Dadurch verbindet die Geschichte zwei bekannte Zombie-Typen: die erschreckend schnellen Infizierten moderner Horrorfilme und die langsameren wandelnden Toten klassischer Zombiegeschichten. Gerade zu Beginn erhöht das die Gefahr enorm. Die Figuren können nicht einfach gemütlich vor einer langsam schlurfenden Horde davonlaufen – ein frisch verwandelter Zombie kann sehr schnell zum Poblem werden.
Die schlimmsten Monster sind nicht unbedingt die Zombies
Für Endzeit-Fans auch interessant: NACHWELT 2018
Ein zentrales Motiv von 900 MEILEN ist aus dem Zombiegenre bestens bekannt: Sobald gesellschaftliche Regeln verschwinden, werden andere Menschen mindestens genauso gefährlich wie die Untoten. John begegnet auf seiner Reise Menschen, die das Chaos nutzen, weil sie keine Konsequenzen mehr fürchten müssen. Gewalt, Macht und Kontrolle werden dadurch zu wiederkehrenden Themen. Der Roman präsentiert diese Seite der Apokalypse ziemlich kompromisslos. Wer Endzeitgeschichten gerade wegen der Frage spannend findet, wie sich Menschen ohne funktionierenden Staat, Polizei und gesellschaftliche Kontrolle verhalten könnten, bekommt einiges geboten.
Spannung, Suchtfaktor, Anspruch, Tiefe, Emo-Faktor und Härtegrad
Suchtfaktor: 4,5 von 5
Tiefe: 3 von 5
Härtegrad: 5 von 5
Spannung: 5 von 5 Punkten. Hier liegt eindeutig die größte Stärke des Romans. Die Apokalypse beginnt früh im Buch und Ruhephasen sind selten. Gefahr folgt auf Gefahr und besonders Leser, die schnelle Zombie-Action mögen, dürften kaum Probleme haben weiterzulesen.
Suchtfaktor: 4,5 von 5 Punkten. Kurze, direkte Sätze und das hohe Tempo machen 900 MEILEN zu einem klassischen „nur noch ein Kapitel“-Buch. Mehrere Leser berichten davon, den Roman innerhalb eines oder zweier Tage beziehungsweise praktisch in einem Zug gelesen zu haben.
Anspruch: 2,5 von 5 Punkten. Der Schreibstil ist bewusst unkompliziert. Die Geschichte verlangt kein umfangreiches Vorwissen und konzentriert sich stärker auf Action als auf komplexe politische, wissenschaftliche oder philosophische Zusammenhänge. Für schnelle Unterhaltung funktioniert das sehr gut.
Tiefe: 3 von 5 Punkten. Familie, Freundschaft, Verlust und die Abgründe menschlichen Verhaltens geben dem Roman durchaus eine zweite Ebene. Charakterentwicklung und gesellschaftliche Fragen bekommen jedoch nicht immer so viel Raum, wie es bei einem längeren und langsameren Roman möglich wäre.
Emo-Faktor: 3,5 von 5 Punkten. Johns verzweifelte Suche nach seiner hochschwangeren Frau sorgt für einen starken persönlichen Antrieb. Dazu kommen Verlust, Freundschaft und zunehmend schwierige Entscheidungen. Die Emotionen stehen jedoch meist hinter Action und Überlebenskampf.
Härtegrad: 5 von 5 Punkten. 900 MEILEN gehört eindeutig zur härteren Sorte Zombie-Thriller. Gewalt und Splatter werden deutlich dargestellt und auch menschliche Grausamkeit spielt eine große Rolle. Für empfindliche Leser ist das Buch nur eingeschränkt geeignet.
Inhaltswarnungen
Wer Zombie-Horror hauptsächlich wegen Atmosphäre und Spannung liest, explizite Gewalt aber lieber nur angedeutet bekommt, sollte den Härtegrad deshalb nicht unterschätzen.
Was sagen Leserinnen und Leser über 900 MEILEN?
Besonders häufig wird das extrem hohe Tempo gelobt. Viele Leser beschreiben das Buch als schnell, packend und leicht wegzulesen. Lange Erklärungen vermeidet der Autor weitgehend, sodass man praktisch gemeinsam mit John direkt in die Katastrophe geworfen wird. Dabei steht nicht nur die Gefahr durch Untote im Mittelpunkt, sondern immer wieder auch die Frage, wie schnell Menschen unter extremen Bedingungen ihre moralischen Grenzen verschieben.
Die größten Kritikpunkte betreffen interessanterweise ebenfalls das hohe Tempo. Einige Leser hätten sich mehr Charakterentwicklung, ausführlichere Ortsbeschreibungen und einen etwas langsameren gesellschaftlichen Zusammenbruch gewünscht. Besonders die Geschwindigkeit, mit der die öffentliche Ordnung praktisch vollständig verschwindet und manche Menschen zu brutalen Überlebenden werden, wird teilweise als wenig glaubwürdig empfunden.
Wer Realismus und detailliertes Worldbuilding an erste Stelle setzt, dürfte einige Punkte hinterfragen. Wer dagegen einen unkomplizierten Zombie-Actionthriller sucht, könnte genau die Geschwindigkeit lieben, die andere kritisieren.
Für wen ist 900 MEILEN geeignet?
900 MEILEN ist vor allem etwas für Fans von Zombies, Endzeit, Survival-Horror und sehr schnellen Thrillern. Leserinnen und Leser von The Walking Dead oder vergleichbaren Geschichten dürften viele vertraute Elemente finden. Besonders gut passt der Roman, wenn man ZA-Veteran ist und keine hundert Seiten Vorbereitung brauchst und möchte, dass die Apokalypse möglichst schnell losgeht. Auch wer Roadtrip-Geschichten mag, bekommt hier eine passende Struktur: Das Ziel liegt fest, doch auf dem Weg dorthin wartet ständig das nächste Problem.
Weniger geeignet ist das Buch wohl für Leser, die tief ausgearbeitete Figuren, wissenschaftlich detaillierte Erklärungen für die Zombie-Apokalypse oder langsames Worldbuilding erwarten. Auch wer Splatter, sexualisierte Gewalt oder ausgesprochen brutale Szenen vermeiden möchte, sollte lieber zu einem weniger harten Endzeitroman greifen.
Die 900-Zombie-Thriller-Reihe
Umfang: 2 Romane
Auftakt: 900 MEILEN
Band 2: 900 MINUTEN
Handlung: fortlaufend
Schwerpunkt: Action & Survival
Lesetipp: chronologisch lesen
Nach 900 MEILEN geht Johns Geschichte in 900 MINUTEN weiter. Die Fortsetzung setzt sieben Monate später ein. John und Kyle haben inzwischen Avalon erreicht, doch die vermeintliche Sicherheit bedeutet keineswegs, dass sie der Apokalypse entkommen sind.
Wer wissen möchte, wie sich John in dieser neuen Welt weiterentwickelt, kann also direkt weiterlesen.
900 Zombie-Thriller in der richtigen Reihenfolge
- 900 MEILEN – 900 Miles
- 900 MINUTEN – 900 Minutes
Wer ist S. Johnathan Davis?
Herkunft: USA
Wohnort: Atlanta, Georgia
Schwerpunkt: apokalyptischer Horror
Debütroman: 900 Miles
Aktiv: Podcasts, Blogs & Genre-Events
Deutsche Übersetzung: Katrin Fahnert
S. Johnathan Davis ist ein US-amerikanischer Autor, der vor allem für apokalyptischen Horror bekannt ist. Sein erster Roman 900 Miles erschien 2013 und entwickelte sich zu seinem bekanntesten Werk.
Davis ist Mitglied der Horror Writers Association und beschäftigt sich auch außerhalb seiner Romane intensiv mit Zombie- und Horrorthemen. Er war beziehungsweise ist unter anderem als Gastautor, Podcast-Gast und auf Genre-Veranstaltungen aktiv. Er lebt mit seiner Familie in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.
Die deutsche Fassung von 900 MEILEN wurde von Katrin Fahnert übersetzt und erscheint beim Luzifer-Verlag.
AI-Assisted & kuratiert, Links sind Affiliatelinks



